Der Arbeitsrechtspodcast
00:00:09: Arbeit darf uns
00:00:10: gienen.
00:00:11: Das ist ein Satz, der erstmal einfach klingt.
00:00:13: aber macht das überhaupt Sinn?
00:00:14: Denn wenn wir mal ehrlich sind erleben wir doch eigentlich eher das Gegenteil.
00:00:17: Mein heutiger Gast beschäftigt sich genau mit diesem Thema Wie muss Arbeit gestaltet sein damit sie wirklich funktioniert für Menschen, für Teams und für Organisation?
00:00:27: Ich spreche heute mit Inga Hölmann.
00:00:29: Sie ist ausgebildete Wirtschaftsjournalistin,
00:00:31: hat früher
00:00:32: für den Tagesspiegel geschrieben es Gründerin und Geschäftsführerinnen der Accelerate Academy und Expertin für New Work.
00:00:39: Liebe Inga herzlich willkommen und möchtest du hier noch was ergänzen?
00:00:43: Ja vielen Dank!
00:00:45: Vielen Dank für die Einladung, vielen dank für die nette Vorstellung.
00:00:48: Genau, eigentlich hast du es schon ganz gut beschrieben.
00:00:51: Also ich komme aus dem Wirtschaftsjournalismus, arbeite nach wie vor journalistisch aber weniger und bin vor allem in Organisationen unterwegs und mache Arbeiter mit Teams, Teamentwicklung und Organisationsentwicklungen.
00:01:06: Dann frage ich mal direkt was macht man denn als Teamentwecklerin?
00:01:13: Das ist eine gute Frage.
00:01:16: Also mein Schwerpunkt ist Hybrider Arbeit und das ist für mich tatsächlich so ein Unterthema von neuer Arbeit, also die Frage danach wie können wir gut in... hybriden Kontexten arbeiten?
00:01:30: und Hybrid heißt für mich, dass wir tatsächlich an unterschiedlichen Orten sind.
00:01:34: Das kann das Büro sein, das kann das Home Office sein.
00:01:37: Das können dritte Orte sein wie zum Beispiel Co-Working Spaces.
00:01:41: Es können aber auch ganz andere Orte seien.
00:01:43: Und egal, wie wir auf die Debatte mit Home Office Jahrnein Return to Office usw.
00:01:50: gucken so ist es doch eigentlich mittlerweile ein Fakt in der Arbeitswelt, flexibel an verschiedenen Orten arbeiten.
00:02:00: Und das führt dazu, dass Teams sich einfach bestimmte Fragen stellen müssen und auch Führungskräfte also zum Beispiel wie können wir denn unter diesen Umständen gut miteinander arbeiten?
00:02:11: Wie können Führungskräfte in solchen Kontexten gut führen?
00:02:15: Das ist natürlich auch noch mal eine Frage.
00:02:16: Wie können wir gut kommunizieren miteinander, was macht das mit unseren Meetings?
00:02:20: Wie können Wir Entscheidungen gut treffen wenn wir nicht im selben Raum sitzen?
00:02:24: wie können wir dafür sorgen dass wir so ein Team zusammen Gefühl Gehörigkeitsgefühl erhalten?
00:02:30: wie können Wir produktiv miteinander sein?
00:02:32: wie können WIR innovativ miteinander sein?
00:02:35: das sind alles so Fragen die wir uns eigentlich auch im Büro, im Office schon hätten stellen können.
00:02:42: Das haben wir aber ganz oft nicht gemacht.
00:02:44: und jetzt in hybriden Kontexten ist es eben so dass sich diese Fragen noch viel dringender stellen weil wir merken das wir uns mit diesen Fragen unter Umständen zu wenig auseinandergesetzt haben und das Hybriderarbeiten ist für mich einerseits ein Beschleuniger davon.
00:03:00: also spätestens jetzt merken wir wo's eben nicht funktioniert nämlich dann wenn wir nicht mal eben kurz über den Schreibtisch rüber fragen können.
00:03:08: Und vor allem ist es aber, dass Hybrider arbeiten auch eine ganz große Chance das endlich miteinander zu bestalten und das mache ich.
00:03:14: Also
00:03:15: d.h.,
00:03:15: Ich arbeite mit den Teams daran wie sie gut miteinander arbeiten können egal von wo sie sitzen.
00:03:23: Also aufmerksam, Lisa-Innen haben deinen Interview im aktuellen Heft der Aua wahrscheinlich schon entdeckt.
00:03:29: dort sagst du Arbeit darf uns dienen.
00:03:32: Wie kann man das verstehen?
00:03:33: Weil im Arbeitgeber-Arbeitnehmerverhältnis dient ja eigentlich der Arbeitnehmer dem Arbeitgebern mit seiner Zeit und seiner Arbeitskraft.
00:03:40: Ist es denn eigentlich keine unrealistische Erwartung, dass uns Arbeit dient?
00:03:45: Ja, das ist eine spannende Frage nach der Perspektive.
00:03:49: Denn wenn man mal darüber nachdenkt dann ist es ja so dass wir das Unternehmen als Arbeitgeber bezeichnen und die Menschen in dieser Organisation arbeiten als Arbeitnehmer bzw.
00:04:02: Arbeitnehmerinnen.
00:04:03: Wenn man da drüber nachdenkst kann man eigentlich auch umdrehen und sagen, ich gebe meine Arbeit als Arbeitende.
00:04:11: Also das heißt, ich bin eigentlich diejenige, die Arbeit gibt.
00:04:14: Und das Unternehmen ist es, dass meine Arbeitskraft nimmt.
00:04:19: Das ist jetzt natürlich so ein bisschen Haarspalterei.
00:04:21: aber ich will sagen, die Frage wer da was gibt und nimmt?
00:04:25: Da kann man durchaus mal darüber nachdenken und kann man finde ich auch mal weiß nicht vielleicht bei einem Glas Wein oder so drüber diskutieren.
00:04:34: Was du jetzt erwähnt hast, dieses Arbeit darf uns dienen.
00:04:37: Das ist für mich so eine Perspektive auf.
00:04:40: warum arbeite ich denn überhaupt?
00:04:42: Und ganz oft steckt da ja drin dass wir Arbeit nehmen von der Organisation, das heißt die Organisation ist so nett und gibt uns Arbeit und die brauchen wir auch irgendwie.
00:04:53: Wir versäumen dann manchmal in dieser Rolle, in dieser Perspektivin, zu gucken, ist das eigentlich eine Arbeit die mir auch Spaß macht?
00:05:03: Die mir gut tut in der ich mich entwickeln kann.
00:05:06: Und das ist was womit ich mit den Teams zum Beispiel auch arbeite dass es eben nicht nur darum geht wie ist Arbeit irgendwie gut und wie is Arbeit produktiv und wie möchte denn eigentlich das Unternehmen das haben sondern dass ich immer mit den teams darauf gucke Was brauchen wir dann eigentlich also was brauche ich ganz persönlich in meiner Arbeit, in meinen Arbeitsbedingungen, in meine Arbeitsumgebung damit ich gut arbeiten kann.
00:05:33: Das ist für mich eine ganz elementare Frage und das ist auch überhaupt gar nicht ausschließlich auf die arbeitende Person bezogen sondern da hat ja auch das Unternehmen was davon.
00:05:42: wenn ich halt irgendwie gut arbeiten dann profitiert natürlich auch das Unternehmen davon.
00:05:47: Also, das heißt wenn wir uns diese Frage stellen, dann tun wir das nicht allein aus purer Nettigkeit heraus sondern da geht es dann eben auch darum wie können wir denn Arbeitskontexte schaffen die irgendwie für das Unternehmen gut sind aber die eben auch für die Menschen gut sind.
00:06:03: und ganz persönlich finde ich ist das eine wichtige Frage weil wir einfach so viel Lebenszeit auch bei der Arbeit verbringen.
00:06:12: Also, wenn man sich das überlegt die normale in Anführungszeichen Vollzeittätigkeit ja das sind irgendwie acht Stunden am Tag Das ist halt ein Drittel.
00:06:20: und ich finde da kann man sich durchaus auch mal fragen was ist denn eigentlich?
00:06:25: Was kann Arbeit dann eigentlich oder was darf oder sollte Arbeit denn eigentlich für mich leisten außer nur, dass ich meine Miete und vielleicht noch mein Essen bezahlen kann.
00:06:36: Und die Frage danach... Wie kann Arbeit mir denn eigentlich dienen?
00:06:40: Was erwarte ich eigentlich von meiner Arbeit oder was wünsche ich mir von meinerarbeit?
00:06:44: Die ist für mich persönlich einfach eine ganz wichtige und ich mir selber auch ehrlich gesagt immer wieder stelle.
00:06:48: Dass ich gucke, diene ich meine Organisation, dienne ich meinen Klienten und Klientinnen Das ist natürlich ne Frage, die ich mir stelle Aber es ist auch umgedreht für mich die Frage ganz wichtig.
00:06:58: Also habe ich das Gefühl, mir selber auch gut tut.
00:07:03: Denn nur wenn das der Fall ist, kann ich diese Arbeit ja wirklich auch viele Jahre lang mit Freude und Kraft überhaupt erledigen.
00:07:10: Also Lernen arbeiten und die Sinnhaftigkeit dahinter sind große Themen für dich?
00:07:16: Was bedeutet denn für dich konkret der Begriff New Work oder neue Arbeit?
00:07:21: Das ändert sich gerade!
00:07:23: Also was neuer Arbeit ist... Ich glaube da müssen wir mittlerweile auch anders rauf gucken weil den Eindruck habe, dass sich da tatsächlich gerade in den letzten Jahren einiges geändert hat.
00:07:35: Also was wir vor der Pandemie... also ich nehme mal die Pandemie so als Veränderungsmoment ja?
00:07:41: Also seit Corona hat sich ja in der Welt viel verändert und das liegt natürlich nicht ausschließlich an Corona.
00:07:48: aber ich hab das Gefühl, dass Corona schon so zeitlich der Auftakt war.
00:07:54: Und was wir von Corona gesehen haben ist eine wie ich finde relativ naive Vorstellung von neuer Arbeit, also verbunden mit diesem Gefühl da muss ich irgendwie was ändern und wir müssen halt irgendwie anders arbeiten.
00:08:06: Und da war auch viel Bedürfnis danach und vor allem auch Raum dass sich die Organisationen damit auseinandersetzen konnten.
00:08:14: Das ist mal mehr und mal weniger ehrlich und tief gemacht worden.
00:08:19: Mein Eindruck ist aber, dass wir neue Arbeit nicht in vielen Organisationen tatsächlich ist sich damit auseinandergesetzt worden.
00:08:27: Wir haben aber nicht so richtig den Mut oder vielleicht auch die Kenntnisse oder die Fähigkeiten gehabt Neue Arbeit wirklich konsequent zu Ende zu denken und zu gestalten also sprich Die Prinzipien von neuer Arbeit tatsächlich bis in Entscheidungsräume hinein zu verankern.
00:08:45: Und das hat dazu geführt, als wir mit allem was dann eben nach zwanzigzwanzig kamen, dass es schwieriger wurde in der Arbeitswelt und auch in den Märkten.
00:08:54: Das ist schwieriger geworden einfach im wirtschaftlichen Klima.
00:08:58: Dass wir gemerkt haben so richtig... Wir haben da ein bisschen neue Arbeit gemacht aber so richtig konnte neue Arbeit ihre Versprechungen nicht einlösen in den Unternehmen und deswegen sind viele Unternehmen zurückgegangen in alte Steuerungslogiken und zwar die, die sie vorher kannten.
00:09:15: Und meiner Meinung nach ist das nicht ein Ausweis, dass neue Arbeit nicht funktioniert sondern für mich ist es eher ein Zeichen davon, dass wir eben neue Arbeit als wir das noch mit etwas weniger Druck hätten machen können.
00:09:30: Wir sind einfach nicht konsequent umgesetzt haben.
00:09:34: Was wir heute sehen ist, wenn ich auf die Welt schaue Neue Arbeit viele, viele Antworten auf drängende Fragen hat.
00:09:44: Wir aber im Moment so ein bisschen versuchen den Kopf über Wasser zu halten und gar nicht mehr so richtig den Raum haben uns damit auseinanderzusetzen.
00:09:54: Und deswegen ist für mich tatsächlich die Frage Wie muss denn diese Neuerfindung von neuer Arbeit aktuell aussehen?
00:10:02: Also wie können wir neue Arbeit jetzt gestalten in diesen veränderten Kontexte, in denen wir gerade arbeiten?
00:10:11: Ja, also ich hatte ja gesagt diese Kontexte.
00:10:13: Das ist zum Beispiel eine schwierige wirtschaftliche Situation gerade in Deutschland hat aber auch was damit zu tun mit dieser unheimlichen Verdichtung in der Arbeitswelt die wir erleben.
00:10:23: Wir sehen dass die Menschen erschöpft sind.
00:10:25: Wir sehen das die Menschen einfach den ganzen Tag von Meeting-to-Meeting rennen und wir haben irgendwie das Gefühl so richtig findet neue Arbeit da nicht mehr so richtig Platz weil wir alle am rödeln und am hässeln sind hätte ich fast gesagt Das ist tatsächlich auch so ein bisschen das womit ich mich gerade auseinandersetze.
00:10:42: So diese Frage, was von neuer Arbeit nehmen wir mit rüber in diese neue Zeit?
00:10:47: Und ja, was muss da folgen?
00:10:51: und aber auch die Frage Was is denn in dieser neuen Zeit?
00:10:54: also haben wir da irgendwie neu neuer arbeit oder kommt etwas ganz anderes?
00:10:57: und dass es auch das somit Ich mich gerade beschäftige.
00:11:00: Ich glaube, dass viele Prinzipien von Neuerarbeit Wir durchaus gebrauchen können in dieser neuen Zeitrechnung, in der wir sind.
00:11:07: Wie aber gleichzeitig das uns nicht davon enthebt und es wirklich in den Organisationen, in den Teams damit auseinanderzusetzen?
00:11:15: Also wie wollen wir arbeiten was machen wir neu und was wollen wir denn eigentlich vielleicht auch beibehalten?
00:11:22: Was sind so die wichtigsten Prinzipien von neuer Arbeit für dich?
00:11:25: weil ich finde immer noch dass ein sehr unscharfer Begriff ist also neue Arbeit Homeoffice ist Sinnarbeit selbstorganisation ist ein Obstkorb Hybridarbeit so konkret, was sind die wichtigsten Prinzipien für dich von neuer Arbeit, die wir mitnehmen sollten in die Zukunft?
00:11:41: Für mich sind wichtige Prinzipien von neurer Arbeit zum Beispiel Augenhöhe.
00:11:46: Also die Frage danach wie gestalten wir Arbeit denn überhaupt?
00:11:49: und das hat für mich nichts damit zu tun.
00:11:52: Sind wir jetzt irgendwie nett und hören wir einander ein bisschen zu sondern Das ist für mich insofern eine ein wichtiger Punkt von Neuer Arbeit dass wir in einer sehr volatilen Welt leben.
00:12:05: Also vor zwanzigzwanzig hieß es FUKA, dann kam irgendwann die Barney-Welt.
00:12:10: aber die beiden Konzepte sind ja insofern sich ein bisschen ähnlich dass sie aussagen das die Welt eben sehr volatil und unwegbar geworden ist, dass es schwerer ist auch für Führungskräfte oder für Unternehmenslenkerinnen da einfach den Blick auf den Horizontgerichte zu halten, um so ein bisschen einschätzen zu können.
00:12:29: Wo geht es denn eigentlich hin?
00:12:30: Und deswegen ist zum Beispiel Augenhöhe für mich so ein wichtiger Wert weil es eben bei Augenhöher einfach darum geht miteinander in den Teams zu arbeiten und diese unterschiedlichen Perspektiven zB mit einzubeziehen.
00:12:44: Also es geht nicht mehr darum, dass eine Führungskraft alles wissen muss sondern das wir in Kontexten miteinander arbeiten.
00:12:51: In denen diese unterschiedlichen Perspektiven der Menschen mehr oder weniger gleichberechtigt eine Rolle spielen dürfen und angehört werden können.
00:13:00: Und das ist dann eben etwas was bestimmten Formaten, wie zum Beispiel Agilität sehen.
00:13:06: Agilitäts- oder agiles Arbeiten hat ja keinen Selbstzweck sondern da geht es ja darum in einer, in Iteration zu arbeiten und in diesen Iterations-, in diesem Sprints dann eben diese verschiedenen Perspektiven die wir haben fruchtbar zu machen immer wieder.
00:13:23: Das heißt eigentlich sehen wir in neuer Arbeit ganz viele ganz viele Prinzipien, die eigentlich in dieser sehr volatilen Welt uns gut tun.
00:13:33: Auch so was wie die Ausrichtung nach Werten oder einem Purpose – das gehört ja auch zu neuer Arbeit und ich weiß dass dieser Begriff Purpose ein bisschen überstrapaziert ist.
00:13:44: aber grundsätzlich hilft uns einen Purpose in dem Team.
00:13:47: zum Beispiel wenn wir in diesen sehr volatieren Kontexten z.B immer wieder Entscheidungen treffen müssen dann kann ich entweder als Teammitglied immer wieder zu meiner Führungskraft hinrennen und sagen hier, wie soll ich mich da entscheiden?
00:14:02: Die Situation ist ganz anders als beim letzten Mal.
00:14:04: oder wir können in den Teams Werte Arbeit machen und Purpose Arbeit.
00:14:09: Und dann überlegen was sind denn so die Leitplanken oder die Leitschterne an denen wir uns ausrichten?
00:14:15: ja und anhand dieser Leitplanen oder im Rahmen dieser Leidplanken können wir dann die Entscheidung treffen auch wenn sie vielleicht gar nicht unbedingt miteinander gut zu vergleichen sind.
00:14:25: also das heißt Wir sehen dass in neuer Arbeit Ausrichtung und Werte und Augenhöhe drinsteckt, aber eben auch so was wie Flexibilität.
00:14:33: Also du hattest das Homeoffice erwähnt also die Frage nach Homeoffices oder Büro.
00:14:38: Neue Arbeit wird ja oft sehr auf das Home-Office auch reduziert.
00:14:42: für mich ist es aber tatsächlich nur ein Aspekt und zwar der Aspekt an welchem Ort arbeite ich denn eigentlich?
00:14:48: Und wenn wir das in den Teams miteinander bearbeiten Was, wo arbeiten wir denn eigentlich?
00:14:54: Warum wollen wir an bestimmten Orten arbeiten und wie organisieren wir das miteinander.
00:14:58: Dann ist es ein Aspekt der aber dazu führt dass die Teams unter Umständen eben besser miteinander arbeiten können.
00:15:04: ja also wenn ich zum Beispiel sage Ich habe also wenn sich selber entscheiden kann morgens Ich hab heute einen tag an dem habe ich viel abstimmung mit anderen Menschen Ja dann kann ich im besten falle ins Büro fahren kann mich dort mit den menschen Face-to-face von Angesicht zu Angesichts austauschen.
00:15:21: Wir können miteinander arbeiten, wir finden im besten Falle in diesem Büro auch entsprechende Gestaltung vor dass wir das dort gut tun können.
00:15:30: und die andere Möglichkeit ist dann eben Das wenn ich halt morgens in meinen Kalender gucke und sehe heute habe ich eher weniger Termine aber dafür muss sich irgendwie zwei Konzepte fertig schreiben.
00:15:39: Dafür brauche ich Ruhe an einem Ort tun kann, wie zum Beispiel im Homeoffice wo ich unter Umständen dann eben ein bisschen konzentrierter und ungestörter arbeiten kann.
00:15:51: Also sagen auch das Thema Homeoffices oder Büro ist ja auch kein Selbstzweck.
00:15:58: da geht es nicht darum was erlauben wir uns sondern da geht's eben auch wieder darum aus der Perspektive der Arbeitenden und der Arbeit zu gucken wo an welchem Ort kommt denn komme denn ich mit meiner Arbeit eigentlich am besten zusammen?
00:16:13: Und was sind dann eigentlich meine Bedürfnisse heute, dass ich diese Arbeit gut erledigen
00:16:18: kann?".
00:16:19: Das ist einfach die Frage danach.
00:16:21: Habe ich diese Flexibilität und diesen Gestaltungsfreiraum das entscheiden zu können?
00:16:26: Das ist für mich auch eher New Work als in Anführungszeichen Old work.
00:16:32: Ja, vor Kurzem hat es ja auch eine Statistik des Fraunhofer Instituts in Zusammenarbeit mit der Technikerkrankenkasse gegeben und zwar zur Produktivität im Homeoffice.
00:16:41: Und demnach haben bis zu sechzig Prozent Remote-Anteil einen positiven Effekt auf die Produktivitäten.
00:16:47: Da fragt man sich schon, warum geht dann die Tendenz von Homeoffices im Moment eher wieder zurück?
00:16:53: Hat der Homeoffice, wie du gesagt hast während Corona, während der Pandemie nur einen kurzen Boom?
00:16:59: oder kehren wir jetzt alle wieder zurück in die Büros?
00:17:01: Oder haben die Unternehmen nicht genug Vertrauen in ihre Mitarbeitenden wenn sie von zu Hause beziehungsweise Hybrid arbeiten.
00:17:08: Oder woran könnte das liegen?
00:17:10: Wie siehst Du es als Expertin für neue Arbeit?
00:17:13: Interessanter Weise gibt's seit der Pandemie habe ich unzählige Studien dazu gelesen.
00:17:22: Das wird immer wieder aus verschiedenen Perspektiven erhoben und das ist natürlich auch ein Klammern, hängt so ein bisschen davon ab.
00:17:31: was untersuche ich da eigentlich?
00:17:33: aber was man durch die Bank schon sehen kann ist dass eine Mischung von ungefähr zwei bis drei Arbeitstagen in der Woche im Büro und ungefähr zwei- bis drei Arbeitstage im Homeoffice gute Mischung.
00:17:50: Also das ist tatsächlich die Mischungen, wo die Teams eigentlich am produktivsten sind.
00:17:55: also das wissen wir.
00:17:57: Das sind Studien und wenn es jetzt rein um eine rationale Entscheidung anhand von zum Beispiel zahlendaten Fakten ginge dann müsste das eigentlich je nach Kontext natürlich aber dann müsste dass eigentlich so das sein was Unternehmen anstreben.
00:18:14: Jetzt sehen wir aber, dass es ja so einfach nicht ist.
00:18:18: Wir sehen durchaus ein relativ stabiles Niveau an Homeoffice.
00:18:22: das ist auch tatsächlich so geblieben.
00:18:24: Aber es gibt auch die Unternehmen Die zum Teil auch sehr medienwirksam und auch große Unternehmen wie zb SAP ihre Mitarbeitenden zurück in die Office des Hohlen.
00:18:35: Und das ist ja auch das, was man so anekdotisch aus dem Umfeld hört, dass tatsächlich seit der Corona-Zeit Menschen eingestellt worden sind mit dem Versprechen ihr könnt arbeiten von wo ihr wollt und das dann irgendwann in den Folgejahren wieder zurückgedreht wurde.
00:18:50: also das heißt wir sehen da eine Gemengelager in unterschiedlichen Perspektiven ist, die man meiner Meinung nach ein bisschen auseinander klamüsern muss.
00:19:00: die Studienlage, so was ist denn eigentlich am besten für Produktivität und Innovationen?
00:19:04: Und auch Wohlbefinden.
00:19:06: Und damit auch zum Beispiel eine Wohl befinden bezieht sich ja nicht nur auf die Arbeitenden sondern Wohl-Befinden heißt ja auch geringere Krankenquote, geringer Kündigungsquote usw.
00:19:17: Das ist das Eine.
00:19:18: Das andere ist dass wir unterschiedliche Bedürfnisse in den Teams haben.
00:19:25: also sprich Die Arbeiten sagen ich hätte gerne ne Mischung Führungskräfte aber oft, dass eher das Bedürfnis und das Gefühl haben ich brauche meine Leute um mich herum.
00:19:35: Das hat was damit zu tun, dass die einfach die Arbeiten anders sind.
00:19:39: Also eine Führungskraft hat per se von der Art ihrer Arbeit her ein anderes Bedürfenes ihre Teammitglieder zu sehen als Teammitlider, die in Anführungszeichen Arbeit machen.
00:19:52: Das heißt, Führunkräfte wissen wir ja auch hier weiter oben in einer Hierarchie um so mehr Meetings Und natürlich möchte man jetzt nicht alle Meetings irgendwie im Homeoffice vorm Rechner verbringen.
00:20:04: Das heißt, auch da haben wir unterschiedliche Bedürfnisse und unterschiedliche Perspektiven auf Arbeit – das vergessen wir auch manchmal – und was oft auch unausgesprochen bleibt ist.
00:20:14: Und das ist zum Beispiel etwas, wenn ich mit den Teams arbeite, was ich dann erst mal expliziere, wenn es darum geht, was sind denn eigentlich so die Glaubenssätze rund ums Homeoffices, die irgendwie rumschwirren?
00:20:27: Und ein Glaubenssatz ist zum Beispiel, naja im Homeoffice sind die Leute nicht so fleißig oder im Home Office machen die Leute lauter Sachen nebenbei und keine Ahnung waschen Wäsche und gehen einkaufen und legen die Füße hoch.
00:20:41: Das sind Glaubenssätze, die sind da.
00:20:43: Das sind vielleicht auch Erfahrungen, die in den Teams gemacht worden sind.
00:20:47: Grundsätzlich ist das aber zum Beispiel etwas was die Datenlage auch nicht stützt.
00:20:51: also auch dazu gibt es Studien und in der Regel ist es so dass in den Studien eigentlich eher rauskommt, dass die Menschen im Home Office länger und konzentrierter arbeiten weil sie sich eben weniger Pausen gönnen verschiedenen Gründen.
00:21:09: Also das heißt, die Studienlage... also es gibt mittlerweile sehr viele Studien dazu.
00:21:15: Die Studienlage ist dann natürlich nicht super eindeutig aber eine Tendenz ist auf jeden Fall schon zu sehen und ich glaube aber dass es für die Unternehmen sinnvoller ist da reinzugucken und zu gucken warum haben wir denn bestimmte Bedürfnisse?
00:21:29: Warum wollen wir das so haben?
00:21:30: und woran liegt das?
00:21:31: als wenn man so als Führungskraft aus dem Bauch raus sagt naja ich habe halt irgendwie hätte meine Leute lieber um mich.
00:21:37: Ich formuliere das jetzt absichtlich etwas flapsig.
00:21:40: Aber ich glaube, dass es wichtig ist, dass wir in der Diskussion einfach diese unterschiedlichen Ebenen ganz klar voneinander trennen was nicht heißt, dass die eine Ebene mehr wert ist als die andere.
00:21:50: aber wir müssen uns darüber im Klaren sein.
00:21:53: Ja ja finde ich auch eine sehr spannende Perspektive.
00:21:57: mal ne generelle Frage Was wird denn deiner Meinung nach in der aktuellen Arbeitswelt völlig überbewertet?
00:22:07: gute Frage.
00:22:07: Ich glaube tatsächlich, dass es bestimmte Glaubenssätze sind die wir haben.
00:22:16: also was ich oft sehe ist das wir wenn es um Homeoffice oder Büro geht wir oft so ein entweder oder haben.
00:22:28: also da wird die Debatte sehr eins und null oder schwarz-weiß geführt.
00:22:34: Und ich bin, was glaube ich wenig verwunderlich ist... Ich bin eine große Verfechterin von Flexibilität.
00:22:40: also ich glaube das es gut ist wenn die Teams diese Gestaltungsspielräume haben und gestalten können wie sie gut miteinander arbeiten können.
00:22:48: und damit lande ich dann oft so in der Ecke Remote oder Hybrid So und ich würde das aber gerne etwas abschwächen weil ich glaube dass es da gar nicht die eine gute Lösung geben kann, sondern ich glaube, dass Unternehmen sich die Arbeit machen müssen das zu entwickeln.
00:23:07: Und ich glaube auch, dass die Art und Weise der Ausgestaltung von dieser hybriden Arbeit also wie gestalten wir das?
00:23:15: Was sind die Regeln, die wir uns geben?
00:23:17: Wann arbeiten wir wo?
00:23:18: Welche Gestaltungsräume haben die Führungskräfte?
00:23:21: welche Gestaltungen haben die Mitarbeitenden.
00:23:24: Ich glaube wenn wir wirklich niederlegen in so eine, nennt bis mal Homeoffice-Regelung oder ich würde es eher so Flexibilitätsregelungen irgendwie nennen.
00:23:34: Zum Thema Arbeitsort dann bekommen wir eigentlich so individuelle Abmachung die so individuell wie ein Fingerabdruck sind.
00:23:44: also Ich glaube was gerade so ein bisschen überbewertet wird ist der Wunsch eine Lösung zu finden, die irgendwie für alle Organisationen oder für alle Teams passt und ich glaube da geben wir uns ne Aufgabe, die wir nicht lösen können.
00:23:58: Sondern... Ich empfehle den Teams immer mit denen ich arbeite, versucht nicht die Superlösung zu finden sondern versucht halt dazu in den Austausch zu kommen, versucht euch einen Rahmen zu geben indem ihr arbeiten könnt und dann probiert jetzt einfach aus und guckt ob's funktioniert?
00:24:13: Und wenn es nicht funktioniert Dann kann ich euch aber bestimmte Fragen oder Rahmenbedingungen an die Hand geben, eine Hand derer ihr das dann miteinander noch mal bearbeiten könnt.
00:24:24: Wenn du so mit Teams zusammenarbeitest welche Rolle spielen auf der einen Seite Intuition und auf der anderen Seite Daten in deiner Arbeit?
00:24:32: Tatsächlich spielt beides eine Rolle.
00:24:34: Und ich glaube, dass es auch ganz wichtig ist, das beides einer Rolle spielen darf und soll und muss weil wir natürlich – und ich meine dafür gibt's ja Daten, ja?
00:24:43: Das sind entweder Daten die in den Unternehmen erhoben werden oder es sind eben externe Daten zum Beispiel in Form von Studien.
00:24:49: Das ist das Eine, ne?
00:24:51: Das muss natürlich noch eine Rolle spielen und das darf eine Rolle spielen.
00:24:54: Ich glaube aber auch, dass wir in den Organisationen ganz bewusst mit Intuition und Emotionen arbeiten sollten.
00:25:02: Und ich auch immer versuche, einen Raum zu schaffen für das berühmt-berüchtigte Bauchgefühl.
00:25:10: Weil das ist ja am Ende des Tages auch ehrlich gesagt das was uns als Menschen ausmacht.
00:25:17: Also ich selber arbeite sehr viel und sehr gerne mit meiner Intuition also ich arbeite auch mit meinem Unterbewusstsein.
00:25:24: Ich habe zum Beispiel so wenn ich zum Beispiel ein Konzept für den Workshop entwickeln muss oder wenn ich zum Beispiel ein Artikel schreibe, dann entwickle ich eine ganz genaue Fragestellung und die lege ich dann erstmal ein paar Tage zur Seite.
00:25:39: Und wenn ich es mir dann vornehme, hat mein Unterbewusstsein eigentlich die halbe Arbeit schon gemacht.
00:25:45: also das hat dann irgendwie so in mir gearbeitet und dann kriege ich das was ich zu Papier bekommen möchte.
00:25:51: dass ist relativ zügig auf dem Papier.
00:25:54: Das bedeutet, dass wir an solchen Sachen sehen können.
00:25:58: Dass da eben mehr ist als das was wir irgendwie auf ein Stundenzettel schreiben können und mehr es als das, was wir konkret anfassen können in unserer Arbeit.
00:26:08: Und ich glaube auch, dass die Menschen sehr klare Vorstellungen und Erfahrungen und eben Intuitionen haben, was für sie gute Arbeit mit ihrer Arbeit hin entwickeln wollen.
00:26:23: Und ich glaube, das ist gute Führungsarbeit auch sein muss Raum für genau solche Dinge zu schaffen.
00:26:30: und Ich habe auch manchmal das Gefühl dass wir so auf in der arbeit mit den in den Teams So sehr auf zahlen Datenfakten manchmal geeicht sind Dass zu wenig raum genau dafür bleibt.
00:26:46: also und ich hab das immer wieder festgestellt dass tatsächlich so, ja also wie gesagt entweder das berühmte Bauchgefühl oder eben so dieses, ja so das Gefühl von habe ich ein komisches Gefühl mit kann ich gerade noch nicht begründen?
00:27:04: Kommt vielleicht noch.
00:27:06: Dass man auch da als Führungskraft und auch in meiner Rolle als Begleiterin in den Teams, als Teamentwicklerin, dass sich immer Versuche dahin zu hören.
00:27:15: Und manchmal können die Leute das noch konkret benennen, aber in aller Regel habe ich festgestellt dass da was drin steckt und das ist meiner Meinung nach auch etwas was wir in den Organisationen wirklich nutzbar machen sollten.
00:27:29: Gibt es denn irgendwelche Anzeichen oder Merkmale auf die du in den ersten Minuten achtest wenn du mit Team zusammen arbeitest um zu erkennen wie ein Team funktioniert?
00:27:40: Ich hätte jetzt fast gesagt das ist meine Intuition.
00:27:44: Tatsächlich kann ich das gar nicht genau benennen, sondern es sind halt... Es ist dann tatsächlich ein Gefühl oder einen Eindruck den ich habe.
00:27:53: Von dem Team, also das hat man ja manchmal wenn man in den Raum reinkommt.
00:27:57: Dass man halt merkt da ist eine Spannung im Raum oder... Da ist ne Spannungen der Organisation die sich dann eben in bestimmten Dingen wie dort miteinander umgegangen wird zeigt oder äußert.
00:28:10: Also ich kann es jetzt nicht an konkreten Dingen festmachen.
00:28:13: aber natürlich ist es so dass dieses Ich habe ein Gefühl oder ich habe einen Eindruck Das spielt natürlich eine ganz große Rolle bei mir, weil ich manchmal ja auch helfen muss den Teams etwas zu entdecken was ihnen selber auch noch nicht bewusst ist.
00:28:32: Also das sind dann so Dinge die wir dann in diesen Prozessen eben miteinander explizieren müssen und dass es ja gerade bei Veränderungsprozessen ist das ja oft so.
00:28:42: Dass man halt irgendwie... dass die Menschen ja es muss Veränderung kommen und die Menschen verstehen das auch alle mehr oder weniger.
00:28:50: Und trotzdem geht es nicht so richtig voran in den Organisationen, um da dann hinzuschauen und zu gucken woran liegt das denn eigentlich?
00:28:56: dass wir uns rational alle einig sind aber wir trotzdem Blockaden oder irgendwelche Störer darin haben in diesen Prozessen hat ja einen Grund.
00:29:08: So und das kann ich dann vielleicht irgendwie weg diskutieren, aber davon geht es ja nicht weg.
00:29:13: Und ich glaube dass das tatsächlich auch generell für Führungskräfte eine wichtige Eigenschaft ist zu lernen da auch hinzuhören und auch auf das eigene Bauchgefühl sich zu verlassen.
00:29:26: Ja gibt's denn so bestimmte Typen von Führungskräften mit denen du am liebsten zusammenarbeitest oder welche mit denen gar nicht gerne zusammenarbeitet?
00:29:35: Gute Frage.
00:29:36: Nee, tatsächlich habe ich mit ganz unterschiedlichen Menschen zusammengearbeitet und könnte jetzt gar nicht sagen so-undso.
00:29:45: Ich glaube aber – und das ist meine ganz persönliche Meinung – dass also ich kann gut mit Menschen zusammenarbeiten die fähig für Selbstreflektion sind Also auf ihre eigene Arbeit gucken können Und sagen können okay, das hat gut funktioniert Das hat nicht gut funktioniert.
00:30:04: Also das sind eher so Sachen, wo ich sagen würde.
00:30:08: Das finde ich wichtig weil dass auch tatsächlich für meine Arbeit natürlich total relevant ist.
00:30:15: also es fällt mir schwer mit Teams zu arbeiten Wo die Haltung ist.
00:30:21: eigentlich machen wir schon alles richtig So da ist natürlich dann wenig Raum für Entwicklung.
00:30:26: Ja und gab's irgendwie schon mal diese Situation?
00:30:28: Dass deine Empfehlung ignoriert worden?
00:30:31: ja Das kommt natürlich immer wieder vor.
00:30:34: Das liegt dann entweder daran, dass meine Empfehlung vielleicht wirklich nicht gut war oder nicht die richtige für das Problem oder die Situation oder die Menschen ganz unterschiedlich.
00:30:48: Manchmal ist aber das auch Teil des Prozesses.
00:30:53: Weil man, weil dann eine andere Person kommt und sagt so und so.
00:30:57: Heißt das ja nicht dass die Gründe warum vorheriges nicht funktioniert hat sich einfach in Luft aufgelöst haben?
00:31:04: Ja also und es ist ja nur auch so ich gebe ja auch keine Empfehlung im Sinne von So-und-so macht das mal.
00:31:10: aber Ich gebe natürlich schon Impulse rein Und ich erzähle eben aus anderen Projekten und was dort funktioniert hat.
00:31:17: Aber das sind so Samen die ich in so ein Team reingeben kann Und ich kann die dort auf die Erde werfen und ich kann auch noch ein bisschen Dünger-und Wasser dazugeben.
00:31:28: Aber letztendlich liegt es am Team, ob da was wachsen darf oder nicht?
00:31:33: Das ist natürlich meine... das ist auch Teil meiner Aufgabe dem Team zu helfen gute Gärtnerinnen um in diesem etwas schrägen Bild zu bleiben.
00:31:41: aber also das ist natürlich auch Teil meiner Aufgabe die Teams anzuleiten und sie zu unterstützen einen guten Gartenwachsen zu lassen.
00:31:52: Aber es ist auch immer Teil des Prozesses, dass es Vorbehaltige gibt.
00:31:58: Dass es bestimmte Erfahrungen gibt die in der Vergangenheit gemacht worden sind und das sind einfach so Sachen wo man dann auch miteinander hingucken muss.
00:32:06: also ich arbeite in drei Dimensionen.
00:32:08: Ich arbeite mit den Teams in den Dimension Wissen Emotionen und Gewohnheiten weil ich glaube dass all das tatsächlich Dinge sind die solche Veränderungsprozesse beeinflussen Und wir neigen dazu, in den Organisationen viel im Bereich Wissen unterwegs zu sein.
00:32:26: Also wir erklären euch warum sich jetzt hier etwas verändern muss und wir sind aber zu wenig in den Dimensionen Emotionen und Gewohnheiten unterwegs.
00:32:36: Das sind die beiden Dimensione, die eigentlich in den Teams das Verhalten der Menschen viel stärker beeinflussen als das bloße Wissen dass sie irgendwo erzählt oder bekommen haben oder gelesen haben.
00:32:49: Und Gewohnheiten sind eben dünfte Strukturen, in denen die Teams arbeiten.
00:32:53: In denen sie auch ganz fein miteinander abgestimmt sind – das ist das eine und das andere ist eben was ganz Individuelles.
00:33:00: also Gewohnheit existieren ja zwischen den Teammitgliedern und in diesen Teamverbünden.
00:33:06: Das hat ja auch etwas damit zu tun.
00:33:08: ich muss mich ja auch verlassen können darauf wie mein Gegenüber meinen Teammitglied sich verhält.
00:33:14: Und das sind ganz fein abgestimmte Netze von Gewohnheiten, die wir über die Organisation weben und Gewohnheit können unter Umständen etwas anderes bewirken als das Wissen in meinem Kopf so.
00:33:25: Das heißt dass müssen wir verstehen und das andere sind eben Emotionen.
00:33:29: also und das sind wirklich ganz individuelle persönliche Dinge, die das Verhalten beeinflussen und da fließen dann zu Sachen rein.
00:33:38: wie habe ich alles schon hundertmal gehört?
00:33:40: oder das ist jetzt der achtundzwanzigste Veränderungsprozess, äh der mir hier aufgedrückt wird.
00:33:46: Oder den Veränderungsprozess mache ich nicht mit weil dann verliere ich meine Abteilung oder die Hälfte meines Budgets oder ein wichtiges Projekt dass ich gerne machen möchte.
00:33:56: ja und das sind Gefühle die können wir rational nachvollziehen.
00:33:59: aber manchmal sind Gefülle eben auch so tief und so persönlich Dass die Menschen selber da vielleicht auch gar nicht unbedingt Zugriff drauf haben.
00:34:09: Ja, das verstehen können.
00:34:11: Und das ist natürlich das was solche Veränderungsprozesse so schön und so tief aber eben auch manchmal so schwierig macht dass wir auch in der Begleitung in den Teams und das gilt sowohl für mich als diejenige die von außen dazu kommt wie natürlich auch für die Führungskräfte Dass wir verstehen auf welcher Ebene da zum Beispiel gerade der Widerstand besteht.
00:34:37: Ja, und wenn es eben ein Widerstand ist im Sinne von ich habe noch nicht genug Informationen von dir bekommen.
00:34:42: Warum das jetzt hier wichtig ist?
00:34:44: Diesem Widerstand sollten wir natürlich anders begegnen als Ich hab kein gutes Gefühl dabei kann ich grad vielleicht noch nicht erklären aber ich kann deshalb gerade noch nicht mitgehen.
00:34:57: Ja, du hast ja auch gerade viel von Gewohnheiten gesprochen.
00:35:00: In unserem letzten Interview hast du auch schon gesagt es gibt keine schlechten Angewohnheiten nur veraltete Funktionen.
00:35:07: Ich finde Angewohnhalten sind ja quasi ein wiederkehrendes unbewusstes Verhalten und ich glaube im Kern gibt es schon irgendwie schlechte Angewohlheiten.
00:35:18: und erst wenn man ein solches Muster erkannt und reflektiert hat könnte man das dann in eine alte Funktion nennen bzw.
00:35:26: daraus auch nutzen ziehen, oder?
00:35:29: Ja also Gewohnheiten haben immer einen guten Zweck irgendwann mal gehabt und das ist ganz ganz wichtig zu verstehen weil wenn es nicht ein... Wenn sie nicht einen guten zweck gehabt hätten wäre es keine Gewohnheit geworden.
00:35:43: Also bei einem Merkmal von Gewohnhalten ist ja nicht dass wir sie einmal machen sondern etwas wird.
00:35:49: also eine Handlung oder eine Handlungsabfolge wird dann eine Gewohnheit, wenn wir sie immer wieder machen.
00:35:55: Wenn sie sich immer wieder bewährt hat für uns und wir kommen dann eben in solche Loops rein.
00:36:00: also man sagt eine Gewohne hat einen Auslöser ein Trigger Dann folgt eben die Handlung daraus und dann bekommen wir die Belohnung.
00:36:08: Also den Reward, also da sehen wir okay das hat sich hier ich habe mich gerade richtig verhalten Ich bekomme die Belohnung zum Beispiel durch Zuspruch von Kollege-Kollegen oder so.
00:36:18: Und das sind solche Habit Loops Die entstehen und die entstehen nicht ein Durch einmal oder zweimal oder dreimal Sondern das sind tatsächlich Verhaltensabläufe hunderte Male immer wieder vollziehen und dadurch rutschen sie dann irgendwann in unser Unterbewusstsein.
00:36:40: Und das bedeutet, dass jede Gewohnheit irgendwann mal einen guten Zweck hatte und die Crux-Angewohnheiten ist aber, dass wir diesen Habit Loops auch dann noch folgen, auch wenn das wozu Sie führen vielleicht gar nicht mehr gut ist für uns und wir eigentlich gerne was anderes machen würden.
00:36:58: Ja, also ein Beispiel ist zum Beispiel wenn ich in einer Organisation, wenn ich zum Beispiel feststelle im Rahmen eines Veränderungsprozesses wir verbringen zu viel Zeit in Meetings.
00:37:10: Also das ist eigentlich fast jeder Organisationenthema – Zu viel Zeit wird in Meetnings verbracht und ich sage immer wir brauchen eigentlich nicht über Change oder Veränderung oder Innovationen zu sprechen, wenn die Teams'.
00:37:26: Das heißt, ein erster Schritt ist meiner Meinung nach viel sinnvoller erst mal zu gucken.
00:37:32: Wie können wir denn eigentlich Zeit und Raum frei machen um uns mit anderen Dingen zu beschäftigen?
00:37:37: Und jetzt kann ich als Organisation hingehen und sagen okay Teil unseres Veränderungsprozesses ist Wir verändern unsere Kommunikation.
00:37:43: Wir wollen weniger Zeit in Meetings verbringen.
00:37:47: So eine Gewohnheit kann dann aber sein, dass wenn irgendwo in der Organisation das Bedürfnis aufploppt wir müssen etwas besprechen.
00:37:56: Dass dann die Gewohnheiten automatisch hingeht.
00:37:58: alles klar, ich stelle uns einen Termin ein und er ist übrigens eine Stunde lang Und Das sind so Themen wo wir merken, dass sich das Bedirfnis verändert hat.
00:38:09: also Wir haben nicht mehr.
00:38:11: Also Die Belohnung ist nicht mehr wir sitzen zusammen und fühlen uns sicher Wenn wir zum Beispiel eine Entscheidung treffen sondern Wir müssen uns eigentlich auch anders verhalten.
00:38:20: Aber wir reflektieren gar nicht, dass das dann auch in der konkreten Situation heißt... ...wir müssen mal uns darüber austauschen,... ...dass vielleicht die Frage sein muss nicht, stellst du einen Termin ein?
00:38:31: Sondern okay können wir das eigentlich auch irgendwie anders miteinander bearbeiten.
00:38:36: Zum Beispiel ich schick dir mal einen Aufschlag, kannst darauf gucken wenn du Zeit hast und wenn wir dann beide gut im Bilde sind, dann reicht es uns vielleicht auch.
00:38:45: dreizig Minuten Termin anstatt einer Stunde oder so, also jetzt ganz grob in die Tüte gesprochen.
00:38:51: Aber tatsächlich zu verstehen das und da bin ich ganz bei dir es gibt keine schlechten Gewohnheiten aber es gibt eben Gewohnheit, die irgendwann uns ein bisschen eine falsche Richtung führen Und auch das müssen wir in den Organisationen genau verstehen.
00:39:06: was tun wir weil es wirklich richtig ist?
00:39:09: Was tun wir, weil wir es so gewohnt sind und dieser Satz Das haben wir schon immer so gemacht.
00:39:16: Den kennt glaube ich jeder und den hat wahrscheinlich auch jeder schon mal irgendwie gehört Und das ist im Kern auch eine Gewohnheit, weil wir das eben kennen und weil wir wissen was dann passiert gibt uns das Sicherheit und deswegen fällt es unzu schwer davon zu lassen.
00:39:30: Also Gewohnheiten in Teams abzulegen ist Teil deiner Arbeit und damit verbunden sind ja auch immer neue Anfänge.
00:39:38: Im Interview hast du auch gesagt immer wieder neu erfunden.
00:39:43: Es klingt für mich sehr inspirierend, weil ich denke Menschen befinden sich irgendwie immer in einem stetigen Wandel was auch gut ist.
00:39:52: Deshalb würde ich zum Beispiel auch auf einer Geburtstagskarte nie schreiben bleib so wie du bist!
00:39:56: Weil ich finde das es eigentlich eher gemein jemanden sowas zu wünschen.
00:40:01: Wenn Du Dich also immer wieder neuer findest siehst Du das schon eher als Freiheit und nicht als Belastung oder?
00:40:08: Ja, ich glaube auch ehrlich gesagt dass gerade in dieser Veränderung ganz viel Freiheit steckt und das wäre vielleicht auch etwas was ich mir wünschen würde für die Organisation.
00:40:18: Dass die Freiheit eben nicht ist einfach so weiter zu machen und der Zwang Veränderungen ist sondern dass Veränderungsheiz Dinge abzustreifen die einfach schwer geworden sind So.
00:40:33: Und dann eben Freiräume zu schaffen für neue Dinge, das ist glaube ich so eine schöne Perspektive die ich da versuchen würde einzunehmen.
00:40:41: weil sind wir mal ehrlich?
00:40:44: Das ist ja auch ein Bon-Mau man könnte auch sagen eine Phrase.
00:40:47: Bestätig ist nur der Wandel und in ganz vielen Bereichen akzeptieren wir das.
00:40:52: wenn wir in unser Privatleben gucken dass sehen wir dass unser Leben sich die ganze Zeit verändert im Inneren wie im Äußeren.
00:40:59: also sprich Menschen kommen in unser Leben, Menschen gehen aus unserem Leben.
00:41:03: Wir treffen Lebensentscheidungen die unser Leben verändern keine Ahnung wir gehen eine Partnerschaft ein kaufen vielleicht ein Häuschen, wir ziehen um.
00:41:11: Also ich glaube jeder der zurück schaut und jede würde sagen ja mein Leben ist heute wahrscheinlich ein ganz anderes als es noch vor zehn Jahren war.
00:41:19: Und manchmal sind das diese kommen diese Veränderungen aus Entscheidungen die wir selber getroffen haben.
00:41:24: und manchmal kommen diese veränderung aus Dingen die um uns herum passiert sind.
00:41:28: und da finde ich jetzt ein bisschen mutig Wenn wir denken, naja aber im Job haben wir jetzt irgendwie uns gute Prozesse gebaut und die müssen bis in alle Ewigkeit irgendwie Bestand haben.
00:41:41: Das ist ja eigentlich.
00:41:42: wenn man darüber nachdenkt wissen wir eigentlich dass das nicht so ist.
00:41:45: Und da würde ich mir einfach wünschen und das ist auch ein bisschen die Haltung mit der ich da reingehe Dass Veränderung eben kein Zwang ist und nicht schwierig ist Sondern dass in Veränderungen ganz viel positive Energie drin steckt.
00:41:57: Die wird dadurch frei setzen können.
00:42:00: Du hast uns ja auch deinen Lebensmorto verraten, Consistency ist key.
00:42:05: Wie passt das mit einer ständigen Neuerfindung zusammen?
00:42:09: Ja, ja, spannende Frage!
00:42:12: Weil mit Consistancy ist und ich finde es total spannend weil du hast das natürlich richtig verstanden aber ich meine es trotzdem anders und das finde ich so spannend und deswegen find' ich's auch gerade ganz gut dass wir da nochmal drüber sprechen.
00:42:26: Ja, das ist natürlich einerseits Beständigkeit so und das scheint auf dem ersten Blick dem zu widersprechen.
00:42:34: Für mich ist Consistency aber nicht Beständigkeit im Sein also dass wir versuchen das zu erhalten was isst sondern für mich ist Konsistency tatsächlich eher im Tun gemeint.
00:42:46: Also das heißt, dass ich diesen Weg konsistent im Alltag vorangehe Dass sich nichts sage Ich mache jetzt einmal ein Workshop Und das ist dann mein Impuls zur Veränderung und dann ist Good riddance, mach mal Team.
00:42:59: Sondern dass wir verstehen, dass Veränderungsprozesse zum Beispiel wie ich sie begleite in der Regel mit solchen Workshops maximal den Auftakt finden und die eigentliche Veränderungen dann aber Schritt für Schritt tausend kleine Schritte an Tausend Alltagstagen stattfinden und dass wir die Konsistenz finden jeden Tag auf diesen Weg zu gehen und jeden Tag hinter diesen Entscheidungen zu stehen.
00:43:25: Und jeden Tag das umzusetzen, also wenn ich zum Beispiel mein eigenes Unternehmen angucke dann ist es so dass ich mir Ziele setze und die Ziele sind aber nicht zahlen zum Beispiel ja?
00:43:36: Also zum Beispiel Umsatz ist ja ein klassisches Ziel bis Ende des Jahres wie ich so viel Umsatz gemacht haben sondern ich definiere meine Ziele eher daran entlang was möchte ich jeden tag tun um auf einem bestimmtes Ziel hinzulaufen zum beispiel Und diese Konsistenzziele kann ich dann auch viel leichter messen.
00:43:56: Also man unterscheidet ja diese Konsistenzziele und die Outcome-Ziele, und eine Outcome kann ich mir zwar wünschen aber ich kann es ja auch mit den Schritten, die ich dahin gehe nur sehr begrenzt wirklich beeinflussen weil vielleicht kommt auch irgendwas ganz anderes dabei raus.
00:44:09: Aber das was sich am besten steuern kann und was ich am besten sehen und zählen kann ist tatsächlich bin ich täglich habe Ich täglich meine bestimmten Dinge getan um auf das Ziel zuzugehen.
00:44:22: Und das ist was, was ich auch in den Organisationen sehe mit denen ich arbeite.
00:44:25: und da sind wir auch wieder beim Thema Gewohnheiten.
00:44:27: Da werden dann oft Ziele definiert aber sie sind also... Was die Menschen im Alltag tun müssen?
00:44:36: Da werden Sie dann so ein bisschen allein gelassen in den alten Strukturen Die ganz andere Dinge von ihnen verlangen als dass, was sie eigentlich tun müssten.
00:44:46: Und deswegen ist es so, dass ich mit den Teams immer ganz genau darauf schaue.
00:44:49: Okay wo wollt ihr hin?
00:44:50: Dass da eine Klarheit existiert aber das wird dann auch wirklich auf den Alltag runterbrechen und miteinander gucken okay!
00:44:57: Was muss denn eigentlich jeden Tag bei euch geschehen damit das wirklich funktionieren kann?
00:45:03: Ja spannend was ich auch noch sehr inspirierend fand Das können wir jetzt zum Abschluss vielleicht nochmal aufgreifen.
00:45:19: in der du deinem jüngeren Ich den Rat gerne gegeben hättest, also irgendeine Phase in deiner Karriere im Beruf oder damals in der Schule.
00:45:31: Wo du das dringend hättess hören sollen?
00:45:33: Oder wie kommst Du zu diesem Rat?
00:45:35: Tatsächlich ist...das is tatsächlich was ganz Persönliches auch!
00:45:40: Also weil ich immer wieder das Gefühl hatte gerade als junge Frau nicht gehört zu werden bzw zum Teil mich gar nicht getraut habe mir gehört zu verschaffen Das war tatsächlich ein Reife-Prozess auch in meinem Arbeitsweg, dass ich halt dieses Selbstvertrauen finden musste zu sagen okay das ist irgendwie meine Meinung und ob die richtig ist können wir gerne darüber diskutieren.
00:46:14: Aber grundsätzlich sitze ich hier weil meine Gedanken genauso höhrenswert sind wie deine kommen ja ursprünglich aus dem Journalismus und das ist ja auch so Redaktionen.
00:46:27: Also ich habe mich da immer sehr wohl gefühlt, aber es sind ja auch keine einfachen Arbeitsplätze und da geht es ja auch darum Menschen eine Stimme zu verleihen im Journalismus.
00:46:37: Und ich glaube dass das einfach so... Dass es auch ein guter Rat für Führungskräfte ist die verschiedenen Stimmen in den Teams hörbar
00:46:47: zu machen.
00:46:49: Ja, sehr schön!
00:46:50: Ich danke dir ganz herzlich, liebe Inger für deine Offenheit und das schöne
00:46:54: Gespräch.
00:46:55: Ja ich danke dir!
00:46:56: Vielen Dank für deine Fragen, für den Austausch und ja vielen, vielen Dank!